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Hanföl, Hanfsamenöl und CBD-Öl: Etiketten richtig lesen

vor 3 Tagen
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Hanföl, Hanfsamenöl und CBD-Öl: Hanfsamen und Samenöl neben Parmorcan® CBD 20 % Vollspektrum-Destillat, Cannabisblatt und Firmenlogo.

Wer Hanföl und CBD-Öl vergleicht, begegnet oft ähnlichen Namen für unterschiedliche Dinge. Einmal ist die Herkunft eines Pflanzenöls gemeint, einmal ein bestimmter Inhaltsstoff und einmal eine fertige Mischung. Diese Ebenen zu trennen hilft mehr als ein Blick auf den Produktnamen allein.

Der wichtigste Unterschied: Hanfsamenöl ist ein aus Samen gewonnenes Pflanzenöl. CBD ist dagegen eine einzelne chemische Verbindung. Ein als CBD-Öl bezeichnetes Produkt verbindet üblicherweise einen CBD-haltigen Bestandteil mit einer Ölgrundlage. Hanfsamenöl kann diese Grundlage sein, muss es aber nicht. Dieser Beitrag zeigt, wie sich solche Angaben Schritt für Schritt einordnen lassen.

Der Unterschied zwischen Hanföl und CBD-Öl in Kürze

Bezeichnung

Was sie beschreibt

Was daraus noch nicht folgt

Hanföl

Eine Bezeichnung mit Bezug zur Hanfpflanze; im konkreten Angebot muss die Zusammensetzung genauer bezeichnet sein.

Ein bestimmter CBD-Gehalt oder eine vollständige Zutatenliste.

Hanfsamenöl

Ein Pflanzenöl, das aus Hanfsamen gewonnen wird.

Eine gezielte Anreicherung mit CBD oder ein standardisiertes Cannabinoidprofil.

CBD-Öl

Im üblichen Produktsprachgebrauch eine ölbasierte Zubereitung mit CBD.

Welche Ölgrundlage verwendet wurde oder welche weiteren Bestandteile vorliegen.

MCT-Öl

Eine Ölgrundlage aus mittelkettigen Triglyceriden, die in CBD-Formulierungen eingesetzt werden kann.

Dass das Öl selbst CBD enthält oder eine bestimmte gesundheitliche Wirkung belegt ist.

Die Begriffe beschreiben also nicht vier austauschbare Produkte. Vor allem „Hanföl“ ist ohne ergänzende Angaben keine verlässliche Abkürzung für „CBD-haltig“. Für die Grundlagen des einzelnen Stoffs gibt es unsere Wissensseite über Cannabidiol; hier steht das Lesen von Produktangaben im Mittelpunkt.

Hanfsamenöl: Pflanzenöl statt definierter Cannabinoid-Rezeptur

Hanfsamen enthalten fettes Öl. Das Bundesinstitut für Risikobewertung beschreibt aus Hanfsamen gewonnenes Öl als eigenständiges Erzeugnis und unterscheidet die Samen von cannabinoidhaltigen Pflanzenteilen. Zur fachlichen Einordnung des BfR.

Für die CBD-Frage ist ein anderer Punkt entscheidend: Die Samen selbst sind keine natürliche Bildungsstätte von CBD. Trotzdem können Cannabinoide an die Samenoberfläche und anschließend in das Öl gelangen, wenn Kontakt mit anderen Pflanzenteilen besteht. Die US-Arzneimittel- und Lebensmittelbehörde FDA erläutert diese Unterscheidung ebenfalls. FDA: Hanfsamen und mögliche Cannabinoidspuren.

Deshalb sind zwei verkürzte Aussagen gleichermaßen ungeeignet: „Hanfsamenöl ist automatisch CBD-Öl“ und „In jedem Hanfsamenöl ist garantiert überhaupt kein Cannabinoid messbar“. Ob und was nachweisbar ist, lässt sich nur für eine untersuchte Probe beantworten.

CBD-Öl: Inhaltsstoff und Trägeröl getrennt betrachten

Bei einer öligen CBD-Zubereitung lohnt es sich, zwei Fragen getrennt zu stellen: Welcher CBD-haltige Bestandteil ist enthalten? Und: In welcher Ölgrundlage liegt er vor? Ein Hanfextrakt beschreibt dabei einen anderen Teil der Rezeptur als das Trägeröl.

Diese Unterscheidung hat einen chemischen Hintergrund. CBD ist eine fettliebende, in Wasser schlecht lösliche Verbindung. In der Formulierungsforschung werden daher unter anderem Lipidträger untersucht. Francke und Kollegen zeigten in einer experimentellen Arbeit, dass sich die Einbindung von CBD je nach untersuchter Lipidmatrix unterscheiden kann. Das ist Formulierungsforschung, kein Nachweis einer gesundheitlichen Überlegenheit eines handelsüblichen Öls. Originalarbeit: Formulation of Cannabidiol in Colloidal Lipid Carriers.

Aus der Angabe „MCT-Öl“ folgt somit kein CBD-Gehalt. Umgekehrt sagt der Ausdruck „CBD-Öl“ allein noch nicht, ob MCT-Öl, Hanfsamenöl oder eine andere Grundlage enthalten ist. Erst die Angaben zur gesamten Zusammensetzung verbinden beide Ebenen.

Was eine Analyse von Hanfsamenöl tatsächlich zeigt

Citti und Kollegen untersuchten 2019 zehn kommerziell angebotene Hanfsamenöle mit Flüssigkeitschromatographie und hochauflösender Massenspektrometrie. Sie fanden unterschiedliche Cannabinoidprofile. Die Arbeit verdeutlicht, dass gleichartig bezeichnete Öle chemisch nicht völlig identisch sein müssen. Zur analytischen Originalstudie von Citti et al.

Die Grenzen sind ebenso wichtig: Untersucht wurden bestimmte Proben, nicht jedes heutige Produkt. Die Messung eines Inhaltsstoffs beantwortet eine Zusammensetzungsfrage; sie ist keine klinische Studie. Auch die dort verwendete teilweise semiquantitative Auswertung lässt sich nicht mit einer uneingeschränkt genauen Bestimmung jedes einzelnen Stoffes gleichsetzen.

Für die Beurteilung eines konkreten Angebots ist deshalb eine passende produkt- oder chargenbezogene Analyse aussagekräftiger als die Übertragung von Ergebnissen fremder Öle. Worauf beim Lesen der Einheiten zu achten ist, erklärt unser Beitrag zu Cannabinoid-Prüfberichten.

Drei vereinfachte Etikettbeispiele

Die folgenden Beispiele sind schematische Lesehilfen, keine tatsächlichen Produktetiketten. Sie zeigen ausschließlich, welche Schlussfolgerung eine Angabe zulässt.

Beispiel A: „Zutaten: Hanfsamenöl“

Diese Angabe benennt ein Samenöl. Eine zusätzliche CBD-Zutat oder eine definierte CBD-Konzentration ist damit nicht ausgewiesen. Ein Cannabisblatt auf der Verpackung würde daran nichts ändern: Ein Motiv ist keine Inhaltsstoffanalyse.

Beispiel B: „Zutaten: Hanfsamenöl, CBD-haltiger Hanfextrakt“

Hier werden zwei Rezepturbestandteile unterschieden. Hanfsamenöl bildet die Ölgrundlage, während zusätzlich ein CBD-haltiger Bestandteil benannt ist. Erst weitere Angaben und geeignete Analysedaten klären die tatsächliche Cannabinoid-Zusammensetzung. Der Name des Trägeröls ersetzt diese Informationen nicht.

Beispiel C: „Zutaten: MCT-Öl, Cannabidiol“

Diese Beschreibung nennt eine andere Ölgrundlage und CBD als Bestandteil. Sie nennt kein Hanfsamenöl. Aus ihr allein ergibt sich aber noch kein vollständiges Messergebnis: Welche Spezifikation erfüllt das eingesetzte CBD, und welche weiteren Angaben zur fertigen Mischung sind vorhanden? Diese Fragen bleiben gesondert zu prüfen.

Vier Fragen für einen nachvollziehbaren Vergleich

  1. Was ist die Ölgrundlage? Lesen Sie die Zusammensetzung statt nur den Namen auf der Vorderseite. Hanfsamenöl und MCT-Öl bezeichnen nicht den CBD-Anteil.

  2. Welcher Cannabinoid-Bestandteil ist tatsächlich benannt? Ein allgemeiner Hanfbezug, ein Extrakt und ausdrücklich genanntes Cannabidiol sind unterschiedliche Angaben.

  3. Worauf beziehen sich die Aussagen? Angaben über einen Rohstoff gelten nicht automatisch für das gesamte Endprodukt. Auch ein Bio-Hinweis und ein Cannabinoid-Analyseergebnis beantworten unterschiedliche Fragen.

  4. Passt der Nachweis zum konkreten Angebot? Produktname, Probenzuordnung, untersuchte Stoffe und Messgrößen sollten nachvollziehbar zusammenpassen. Ein Laborbericht ist kein pauschales Gütesiegel für sämtliche Eigenschaften.

Für Parmorcan® finden Sie die verlinkten Analysen auf der Prüfberichte-Übersicht. Dort veröffentlichte Dokumente sind jeweils anhand ihrer Proben- und Produktangaben einzuordnen; dieser Beitrag ersetzt keine Einzelprüfung dieser Unterlagen.

Fazit: Nicht nur den Ölnamen vergleichen

Der Unterschied zwischen Hanföl und CBD-Öl lässt sich nicht an einem Pflanzenbild oder einem einzelnen Schlagwort festmachen. Eine belastbare Einordnung trennt Ölgrundlage, Cannabinoid-Bestandteil und fertige Rezeptur. So wird verständlich, weshalb Hanfsamenöl sowohl als eigenständiges Pflanzenöl als auch als Bestandteil einer CBD-Zubereitung vorkommen kann – ohne dass beide Produkte dadurch gleich werden.

Die kurze Orientierung zu diesen Begriffen finden Sie auch in den FAQ im Shop. Der vorliegende Beitrag vertieft die Unterscheidung durch Analytik und Etikettbeispiele; er enthält keine gesundheitliche Wirksamkeitszusage für einzelne Produkte.

Quellen

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