Cannabinoid-Prüfbericht lesen: Was mg/g, mg/ml und % bedeuten
Aktualisiert: vor 2 Tagen

Ein Analysewert lässt sich erst einordnen, wenn Stoff, Einheit und untersuchte Probe zusammenpassen. Gerade bei Cannabinoid-Produkten stehen auf Etiketten und in Prüfberichten unterschiedliche Angaben. Die folgenden Beispiele zeigen, wie man diese Angaben liest. Sie beschreiben keine konkrete Parmorcan®-Charge und enthalten keine Anwendungsempfehlung.
Zum Ausdrucken: Unsere 7-Punkte-Checkliste hilft Ihnen, Probe, Einheit und Prüfungsumfang beim Lesen eines Cannabinoid-Prüfberichts systematisch abzugleichen.
Zuerst prüfen: Welcher Stoff und welche Probe?
Bevor Sie Zahlen vergleichen, lesen Sie die Bezeichnung der untersuchten Probe und des einzelnen Cannabinoids. CBD, CBDA, CBG und CBN sind unterschiedliche Einträge. Ein Wert für einen Stoff lässt sich nicht einfach auf einen anderen übertragen. Die Grundlagen erklärt unser Beitrag Was ist CBD?
Prüfen Sie außerdem, ob der Bericht zur betreffenden Charge gehört und welche Materialart untersucht wurde. Ein Destillat und ein fertiges Produkt sind unterschiedliche Proben. Fehlt die Zuordnung, lässt sich ein Zahlenvergleich mit dem Etikett nicht zuverlässig abschließen.
mg/g: Masse eines Stoffes pro Masse der Probe
Die Einheit mg/g bedeutet Milligramm des angegebenen Stoffes pro Gramm untersuchter Probe. Ist der Massenanteil eines Stoffes mit 1 % angegeben, entspricht das 1 g pro 100 g und damit 10 mg/g. Das ist ein allgemeines Rechenbeispiel. Die Bedeutung des Prozentzeichens muss durch die bezeichnete Größe klar werden; darauf weist auch die SI-Broschüre hin. [1]
mg/ml: Masse eines Stoffes pro Volumen der Probe
mg/ml bedeutet Milligramm pro Milliliter. Dieser Bezug auf das Volumen unterscheidet sich von mg/g. Zur Umrechnung benötigt man die Dichte der betreffenden Probe: Ein Wert in mg/g, multipliziert mit der Dichte in g/ml, ergibt mg/ml. Ohne passende Dichte darf man beide Zahlen nicht gleichsetzen. Eine pauschale Dichte für sämtliche Öle wäre keine belastbare Grundlage.
Prozentangaben brauchen eine Bezugsgröße
Ein „%“-Zeichen allein sagt noch nicht, welche Größe verglichen wird. Steht der Massenanteil im Bericht, bezieht sich die Angabe auf Massen. Andere Angaben können einen Volumenbezug haben. Beim Vergleich mit einem Produktetikett muss dieselbe Größe zugrunde liegen. Die Schreibweise allein ersetzt diese Prüfung nicht.
Das ist auch eine praktische Laborfrage: Im CannaQAP-Laborvergleich des US-amerikanischen NIST wurden Cannabinoide in Hanfölen untersucht. Der Bericht fordert eine korrekte Ergebnisangabe und behandelt ausdrücklich die Dichte bei Umrechnungen. Untersucht wurden Studienmaterialien, keine Parmorcan®-Produkte. Der Bericht ist eine analytische Primärquelle, keine klinische Wirksamkeitsstudie. [2]
Ein kurzer Vergleichscheck
Gleicher Stoff: beispielsweise CBD mit CBD vergleichen.
Passende Probe: Charge und Materialbezeichnung abgleichen.
Gleiche Bezugsgröße: Masse oder Volumen ausdrücklich prüfen.
Grenzen des Befunds: Angaben unter der Bestimmungsgrenze nicht als exakte Null lesen. [2]
Weitere Grundlagen zu Laborbefunden und Nachweisgrenzen finden Sie in Was ist CBN? Die veröffentlichten Parmorcan®-Prüfberichte können Sie anschließend mit den jeweiligen Produkt- und Chargenangaben abgleichen. Dieser Beitrag enthält keine neue Einzelbewertung dieser Berichte.
Eine nachvollziehbare Konzentrationsangabe beantwortet eine Frage zur Zusammensetzung. Daraus allein folgt weder eine gesundheitliche Wirkung noch eine Aussage über sämtliche möglichen Verunreinigungen. Bei unklaren Einheiten ist eine Rückfrage mit der konkreten Berichtsbezeichnung sinnvoller als eine angenommene Umrechnung.
Quellen
[1] BIPM: The International System of Units (SI), 9. Auflage, Version 4.01, Juni 2026; Abschnitt 5.4.7. Offizielle Broschürenseite · DOI
[2] Abdur-Rahman, M.; Phillips, M. M.; Wilson, W. B. (2021): Cannabis Quality Assurance Program: Exercise 1 Final Report, NISTIR 8385, besonders Berichtseiten 23 und 54. Offizielle Publikation · DOI




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